Kontrast

Der Kalksand schimmert weiß vom Grund des Sees und gibt ihm die türkies-blaue Farbe.

Dunkelbraun verkleben Gier und Konkurrenz das westliche Ufer.

Stille im Osten, dort, wo der bewaldete Fels direkt ins Wasser bricht.

Indessen gegenüber Gedüdle aus dem Radio, um in der eigenen Suppe sich zu erschöpfen.

Nebel steigt in zarten Schleiern morgens aus dem See, hebt sich tanzend in den klaren Himmel.

Eine Wolke aus Weichspüler, Raumduft, Aftershave und Parfum bedrängt die Lungen der Gäste.

Wurzelwege entlang des Ufers im Nordosten schenken zauberhafte Blicke ins fischreiche Wasser.

Danach bleibt der Magen hungrig. Wer nicht reserviert hat, erbettelt mit Glück einen teuren Tisch im Winkel.

Klare Luft am See sättigt die Seele, Schilf und Röhricht leuchten orange direkt ins Herz.

Hotels am Ufer wetteifern um Sterne, schrauben ihre Preise hoch über die Wipfel des nahen Waldes.

Welch seltsame Idee, Natur verkaufen zu wollen, sie zu besitzen Illusion.

Am Weg

Manchmal erschien mir das Leben wie ein Kampf.

Seit ich kämpfen gelernt habe, brauche ich es oft nicht mehr.

Manchmal präsentierte sich das Leben wie eine Prüfung.

Als ich Lachen gelernt habe, hat sich der Ehrgeiz zerkugelt.

Manchmal sah ich das Spiel des Lebens.

Als ich verlieren gelernt habe, wurde aus dem Spiel nur mehr ein Spiel.

Heute sehe ich mein Leben als Tanz.

Wenn ich tanzen gelernt habe, schreibe ich ein neues Gedicht.

Ketten der Sprache

Der halbe Herr knüpft im Verstand sich blind und taub sein herrliches Gewand.

Einer Dame dämlich gebeugtes Glück, wirft die Menschheit Tag für Tag zurück.

Wer im Schlechten das Gute erkennt, und im Genuss auch das Elend bennennt, dennoch in der Bewertung hängt.

Liegt mit der Sprache der Geist in Ketten, folgen Gefühle überbrachter Gewohnheit, wird blinder Wille die Welt nicht retten.

Darunter der Friede die Sprache verjagt, dem Denken die alten Worte versagt.

Bruch

In die dunkle Gasse

seh‘ ich dich gehen,

muss selbst leider

draussen stehen.

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Ich rufe dir nach,

du hörst mich nicht.

Dreh dich doch um,

hier geht’s zum Licht!

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Gebeugt der Rücken,

dein Schritt ist schwer,

kämpfst gegen Schatten,

jagst hinterher.

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Ich zünde ein Licht an

dort wo ich steh,

sehe von weitem

dein Ach und Weh.

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Dein Anblick zerbricht

mein Herz entzwei

wann ist dieser Albtraum

denn endlich vorbei?

.

Damit du mich siehst

mach ich mich heller

brenne als Ganzes

für dich immer schneller.

.

Du bist gefangen

in Schmerzen und Leid,

gehst immer weiter, hast

zum Umdrehen keine Zeit.

.

Es fällt mir schwer,

mich abzuwenden,

für mein eigenes Glück

in meinen Händen.

.

Du sagst, du weißt,

doch wendest nicht,

gehst mit der Welt

hart ins Gericht.

.

Der dunkle Weg

ist deine Gasse,

ich kann’s nicht ändern,

wie ich sie hasse.

.

Wie schwer es mir fällt,

zu akzeptieren,

dass ich nicht helfen

kann, nur verlieren.

.

Den alten Dämonen

kannst nicht entfliehen

mit gebrochenem Herzen

lass ich dich ziehen.

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Soweit du auch gehst,

meine Tür bleibt offen.

Auf gemeinsames Glück

darf ich doch hoffen.

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So saugt diese Hoffnung

das Leben mir ab

bringt mich der Kummer

schneller zum Grab.

.

Wer hätte gedacht,

dass meine Liebe zu dir

soviel Schmerz bringt

gerade auch mir.

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Was immer du suchst

auf dem dunklen Pfad

ich hoffe, du findest

den Ausgang grad.

.

Dort bin ich noch immer

und warte auf dich,

es gibt doch im Leben

nur eine für mich.

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