Ketten der Sprache

Der halbe Herr knüpft im Verstand sich blind und taub sein herrliches Gewand. Einer Dame dämlich gebeugtes Glück, wirft die Menschheit Tag für Tag zurück. Wer im Schlechten das Gute erkennt, und im Genuss auch das Elend bennennt, dennoch in der Bewertung hängt. Liegt mit der Sprache der Geist in Ketten, folgen Gefühle überbrachter Gewohnheit,„Ketten der Sprache“ weiterlesen

Bruch

In die dunkle Gasse seh‘ ich dich gehen, muss selbst leider draussen stehen. . Ich rufe dir nach, du hörst mich nicht. Dreh dich doch um, hier geht’s zum Licht! . Gebeugt der Rücken, dein Schritt ist schwer, kämpfst gegen Schatten, jagst hinterher. . Ich zünde ein Licht an dort wo ich steh, sehe von„Bruch“ weiterlesen

Hinterblieben

Ich stehe in deiner Wohnung, deine Kleider in Händen, dein Leben lächelt mild von den vertrauten Wänden. . Ich probiere manches an, so ist jedes einzelne Stück passend doch auch fremd, ein kurzer Blick zurück. . Ich werde weiter tragen, was dich einst hat gewärmt, Friede im Herzen vereint, was das Leben hat entfernt.

Bodenlos

Normalität tanzt auf einem schmalen Grat, bewegt von Gefühlen, zittert, schlingert, mühsam sich hält. . Normalität klammert an eine vertraute Welt, bis ein heftiger Schmerz sie zerbricht und das Gleichgewicht fällt. . Zwischen den Scherben meines gewohnten Lebens ein alter Same gedeiht, Geborgenheit im Licht, jetzt ist deine Zeit.