Abstand

Zäh vergehen die Tage nur,

hinter weißer Maske

um Abstand bittend,

von Entspannung keine Spur.

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Ein kleiner Elefant

zwar in aller Munde,

hat trotzdem keinen Platz

in der illustren Runde.

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Der Schöpfung aktuelle Krone

ist mikroskopisch klein

mächtiger als ein König,

doch es könnte schlimmer sein.

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Wie schön, ein Dach

über dem Kopf zu haben,

ein weiches Bett

und einen vollen Magen.

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Eines warmen Tages wird

auch dieser Spuk vorüber gehn

und wir werden uns umarmen,

wenn wir uns dann wiedersehn.

Energie des Zorns

oder: immer wieder Kurt

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Wenn schwere Erlebnisse

das Gemüt versteinert haben,

kostet der Alltag Kraft

und es braucht viel Energie,

die den Antrieb schafft.

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Wie gut für manche Seele,

ist doch die Möglichkeit

innig zu hassen,

den Feind in der Nähe,

niemals auszulassen.

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Der kochende Zorn

schenkt die Kraft,

morgens aufzustehen

und was der Alltag erschafft,

grimmig anzugehen.

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Drum hör nur geduldig zu

wenn ein Gemüt ewig gleich

sich über einen Feind beklagt,

es braucht ihn sehr, damit es

am End nicht gar verzagt.

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So schnell sind wir

im Urteil über andere,

dabei ist es der Spiegel oft,

der kratzt am Nerv

ganz unverhofft.

Gefangen

Corticobasale Degeneration

wer kennt das schon?

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Die eigenen Beine

folgen nicht mehr

das Gehen, Stehen

fällt zunehmend schwer.

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Ein Zittern noch,

mit aller Kraft

bewegt sich doch

die Hand, geschafft.

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Was noch zu sagen wäre

bleibt im Raum

der Mund gehorcht

dem Willen kaum.

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Ein „Nein“ sollts sein,

ein „Ja“ kommt raus,

die Frage fordert,

nur die Kraft ist aus.

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Das Leben gibt,

das Leben nimmt,

welch grausamer Weg

ist hier bestimmt.

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Ein Augenblick

voll Heiterkeit

schenkt kurzes Glück

der Weg noch weit?