Vergänglichkeit

Es wuchs am Zeh des Latisberg

im späten Herbst ein Schwammerlzwerg.

Sein Schirm sah aus wie Parasol,

doch blieb er zu, da weiß man wohl,

zu glatt und kurz war auch der Stiel

im Magen brächte Kummer viel.

So blieb er stehn und wurde alt,

der Winter brachte Schnee so kalt.

Mal sehen wie lang der Latisberg

beschützt am Zeh den Schwammerlzwerg.

Der Bläser

Sievering, Wienerwald

eine alte Häuserzeile

eine Straße, ein angedeuteter Gehsteig.

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Herbst im Mischwald

eine alte Häuserzeile

Laub auf der Straße und daneben.

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Blätter tanzen, fallen, liegen

Ein Mann, ein Kampf.

Lärmender Laubbläser, strombetrieben.

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Wind gegen Laubbläser.

Ein Mann, ein Kampf.

Mit Getöse tritt er an gegen Natur und Jahreszeit.

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Wie gut, wenn diese Männlichkeit

aufrichtet ihren Stolz

nur mit Lärm und Gebläse.

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Sievering, Wienerwald

eine alte Häuserzeile,

ein Wind und viel Laub.

Zwiespalt

In Sehnsucht nach trockener Wärme und Licht,

erscheinen Dunkelheit, Regen und Kälte

als einsames Unglück.

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In Durst nach Geborgenheit, Berührung und Wasser

erscheinen trockene Hitze und Licht

als einsames Unglück.

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Im Streit schmerzt die Zweisamkeit,

Im Streit mit sich entsteht Einsamkeit.

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Wenn die Leichtigkeit des Seins

in bleierne Schuhe kippt,

kann sein, was will, es zwickt.